Archiv 2020

Krabbeln, fliegen, greifen – Tierisch gute Roboter

Bild vergrössernPressebild Dr. Nina Gaißert

Frau Dr. Gaißert, was ist das Bionic Learning Network von Festo, wie fing alles an?

Dr. Nina Gaißert: Das Bionic Learning Network ist ein Verbund von Festo mit namhaften Hochschulen, Instituten und Entwicklungsfirmen. 2006 wurde es gegründet um gezielt von der Natur zu lernen. Bei allen Projekten lassen sich die Ingenieure, Designer und Wissenschaftler von der Natur inspirieren und liefern so neue Impulse für die Fabrik- und Prozessautomation.

Im Bionicum sind einige Ihrer Robotik-Projekte in einem Film zu sehen. Die Besucher sind begeistert von den "Tierischen Robotern". Auf welches Ihrer Produkte sind Sie besonders stolz?

Dr. Nina Gaißert: Mich persönlich fasziniert der BionicOpter am meisten, da es mein erstes Projekt war, an dem ich ganz nah dran war. Es war knifflig den Technologieträger zum Fliegen zu bringen. Aber im Umkehrschluss haben wir bei der Entwicklung der Technik auch viel über die echte Libelle gelernt.

Roboter wie Nao im Bionicum sind ein Publikumsmagnet, aber auch echte Energiefresser. Was kann man in Zukunft besser machen?

Dr. Nina Gaißert: In der Natur gibt es viele spannende Strategien um sich energieeffizient fortzubewegen. Bei der Entwicklung des BionicKangaroo haben wir ganz direkt gesehen was Leichtbau ausmachen kann. Je leichter der Technologieträger, desto weiter und höher kann er springen. Darüber hinaus ist das Känguru das einzige Tier das immer schneller werden kann, ohne mehr Energie zu verbrauchen, indem es Energie von einem Sprung in den nächsten mitnimmt. Diese Art der Energierückgewinnung war ein Knackpunkt bei der Entwicklung des BionicKangaroo. Wenn wir die Natur besser verstehen, können wir die Technik verbessern. Wenn wir uns aber Energiegewinnung und Energiespeicherung anschauen, ist uns die Natur, bis jetzt, eine ganze Nase voraus.

Haben Sie einen Tipp was uns bei Festo als nächstes erwartet?

Dr. Nina Gaißert: Die Kernkompetenz von Festo liegt in der Pneumatik, also dem Bewegen von Maschinen mit Luft. Somit wird es auch in Zukunft weitere fliegende Technologieträger geben. In den letzten Jahren haben wir etwas über Leichtbau vom Vogel gelernt, Ameisen haben uns gezeigt, wie sie kommunizieren. Die Chamäleonzunge hat uns gezeigt, wie ganz unterschiedliche Objekte gegriffen werden können. Darüber hinaus gibt es noch viele tierische Vorbilder mit faszinierenden Fähigkeiten und wir werden weiter versuchen von ihnen zu lernen und das Wissen aus der Natur in die Technik zu übertragen.


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