Archiv 2020

Von eleganten Robotern - Interview mit Dr.-Ing. Ivo Boblan

Bild vergrössernDr.-Ing. Ivo Boblan

Herr Dr.-Ing. Boblan, Sie suchen neue Wege bei der Interaktion zwischen Menschen und Robotern, was ist Ihrer Meinung nach, die größte Herausforderung in Ihrer Arbeit?

Dr.-Ing. Boblan: Herauszubekommen, was die Menschen im Umgang mit Robotern intuitiv erwarten und (sehen) wollen. Die Interaktion ist aber immer auf die aktuellen technischen Entwicklungen beschränkt, so dass es auch eine große Herausforderung ist, zu erkennen, was die Menschen intuitiv wollen und erwarten, was heute technisch noch nicht umgesetzt werden kann, also wo die Reise technisch hingehen soll.

Eine der meistgestellten Fragen im Bionicum ist: Kann der Roboter auch den Abwasch für mich erledigen? Das kann er leider nicht. Wann müssen wir unsere Besucher nicht mehr enttäuschen?

Dr.-Ing. Boblan: Den Abwasch, so wie er heute mit einer Spülmaschine gemacht wird, funktioniert sehr gut und muss nicht durch Roboter ersetzt werden. Die Frage ist vielmehr, kann der Roboter die Spülmaschine ausräumen und das Besteck bzw. Geschirr in die Schränke räumen? Werden Schränke zukünftig anders aussehen, damit Roboter in der Lage sind, diese zu befüllen und kommen wir dann damit noch zurecht?

Sie arbeiten mit anderen Forschern daran, den Umgang zwischen Robotern und Menschen benutzerfreundlicher zu gestalten. Was spielt dabei alles eine Rolle?

Dr.-Ing. Boblan: Entscheidend ist, dass mehrere Fachdisziplinen sich der Sache annehmen und aus den jeweiligen Blickwinkeln auf die Interaktion schauen. Der Techniksoziologe schaut, wie wir Menschen in der Gesellschaft mit Robotern umgehen wollen, also wollen wir einen vollwertigen sozialen Partner? Der Interaktionsgestalter schaut, ob die Interaktion für die Menschen angenehmer und intuitiver gestaltet werden kann. Wir Menschen benutzen Gegenstände und machen Dinge gerne, wenn wir dabei Glück und Freude empfinden, also wenn unser Körper Endorphine produziert. Wie soll ein Roboter aussehen und sich anfühlen, damit er bei uns Freude hervorruft, also unterbewusst Endorphine produziert? Der Verhaltensbiologe schaut, was wir Menschen über unsere biologische Grundausstattung überhaupt sehen, fühlen und hören können. Da gibt es dann z.B. Komfortzonen, in denen wir besonders einfach und kognitiv unbelastend Dinge wahrnehmen können.


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