Archiv 2020

Interview mit Herrn Johannes Höning

Bild vergrössernHerr Johannes Höning

Johannes Höning arbeitet als Architekt an der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes. Er wird die Baubionik aus Sicht des Architekten darstellen. Im Interview erklärt er, wie er zur Baubionik kam und warum der Drachenbaum, der in vielen Wohnzimmern zu finden ist, so spannend für Baubioniker ist.

Frage:
Herr Höning, wie haben Sie als Architekt die Bionik erstmals entdeckt?

Antwort Johannes Höning:
Zum ersten Mal kam ich während des Studiums mit dem Thema Bionik in Kontakt. Dies war im 1. Master-Semester im Rahmen des Entwurfs eines Forschungszentrums für die Firma Festo, genauer für das Festo Bionic Learning Network. Wir arbeiteten mit Herrn Elias Knubben, von Fa. Festo, Dr. Ing. Milos Dimicic, Fa. Programming Architecture, und Prof. Göran Pohl, der HTW-Saar, zusammen. Dieses Projekt hat mein Interesse an der Biologie und die Umsetzung in die Technik nachhaltig entflammt.

Frage:
In vielen Wohnzimmern ist ein Drachenbaum zu finden. Die beliebte Zimmerpflanze ist besonders pflegeleicht. Aber auch die Wissenschaft interessiert sich für den Drachenbaum. Genau genommen für seine Verzweigungen. Was ist daran so interessant für die Architektur?

Antwort Johannes Höning:
Wir interessieren uns im Besonderen für die Faserstruktur und die Ausformung der Verzweigungsstelle. Dies kann uns helfen leichte, jedoch stabile Tragwerke zu entwickeln die bei Bruch einzelner Elemente trotzdem nicht versagen und Lasten dynamisch verteilen. Der Drachenbaum lässt durch seine Analogie zu Web- oder Flecht-strukturen auf eine erfolgreiche technische Umsetzung hoffen. Wir untersuchen die Verzweigungen von vielen Pflanzen um zu verstehen, wie Pflanzen sehr viele Aufgaben in einem Knotenpunkt bewältigen.

Frage:
Wo sehen Sie die derzeit größten Hemmnisse in der Umsetzung von Bionik in der Architektur?

Antwort Johannes Höning:
Es gibt umgesetzte Bionik-Bauwerke oder integrierte bionische Prinzipien, jedoch nur wenige und meist experimentelle. Das größte Hemmnis in diesem Zusammenhang, ist wahrscheinlich das Bewusstsein für Bionik, bzw. bionische Prinzipien, in der breiten Masse. Dies gilt es zu ändern, wie z.B. hier im Bionicum. Dieses Bewusstsein und damit auch Interesse und Bedürfnis, bedingen die Nachfrage nach Entwicklungen und somit die Förderung der Forschung um neue bessere Technologien hervor zu bringen.

Vielen Dank für das Gespräch.

Wer genaueres erfahren möchte, der ist herzlich zum Ideenforum am 16. Februar im Bionicum eingeladen. Die Teilnahme ist kostenlos. Ein Klick auf "Aktuelles'" führt zum Programm und zum Anmeldeformular.


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