Archiv 2020

Interview mit Frau Dr. Doris Preininger

WinkerfroschBild vergrössernWinkerfrosch; Foto: D. Preininger

Dr. Doris Preininger arbeitet im Wiener Zoo Schönbrunn und hat ihre Doktorarbeit über die multimodale Kommunikation der Winkerfrösche verfasst. In ihrem Vortrag stellt die Zoologin beim Ideenforum am 22. Februar die in Südostasien heimischen Amphibien vor.

Frage:
Frau Dr. Preininger, die Reichweite der menschlichen Stimme ist begrenzt. In lauten Umgebungen versteht man "sein eigenes Wort kaum". Wie kommunizieren Tiere, die zum Beispiel dauerhaft in geräuschvollen Landschaften leben?

Antwort Doris Preininger: Die Winkerfrösche leben entlang lautstarker Wasserfälle und wie ihr Name schon verrät, winken sie mit den Hinterbeinen und senden ihren Artgenossen optische bzw. visuelle Signale.

Frage:
Ihr spezielles Kommunikationsverhalten haben Winkerfrösche in Laufe der Evolution perfekt an den Lebensraum angepasst. Ist bekannt, wie sich das Winken der Frösche entwickelt hat?

Antwort Doris Preininger: Wir nehmen an, dass sich das Winken von einem aggressiven Verhalten, dem Wegstoßen des Gegners mit den Hinterbeinen, entwickelt hat. Das Signal – Fuß heben und strecken, also winken – wurde vermutlich entwickelt, um den Gegner zu vertreiben, ohne ständig kämpfen zu müssen.

Frage:
Das Winkeralphabet diente zur Übermittlung von Nachrichten zwischen Schiffen. Ein Winker hält in jeder Hand eine Fahne. Die Stellungen der Fahnen lassen sich in einzelnen Buchstaben des Alphabets übersetzen. Es wäre wahrscheinlich übertrieben zu sagen, dass die Winkerfrösche hier das Vorbild für die Technik waren. Interessant wäre aber zu wissen, ob Winkerfrösche immer die gleichen Bewegungen für die gleichen Botschaften nutzen?

Antwort Doris Preininger: Nur durch die Reaktionen der Artgenossen auf das Winksignal ist es möglich eine Botschaft zu erkennen, die dürfte "geh weg!" lauten. Ich würde sagen je nachdem wie eindringlich diese Botschaft übermittelt werden soll, desto ausgeprägter ist die Bewegung.

Vielen Dank für das Gespräch.

Wer genaueres erfahren möchte, der ist herzlich zum Ideenforum am 22. Februar im Bionicum eingeladen. Die Teilnahme ist kostenlos. Ein Klick auf "Aktuelles'" führt zum Programm und zum Anmeldeformular.


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