OHM-Krabbler
Von der Spinne zum neuartigen Antrieb

Ob bei der Atom-Katastrophe von Fukushima oder beim Feuerwehreinsatz von nebenan: In Zukunft sollen hochentwickelte Roboter Menschen in lebensbedrohlichen Situationen unterstützen und die Umwelt vor gefährlichen Substanzen schützen. Bis es so weit ist, müssen aber erst die Einsatzmöglichkeiten von Robotern erweitert werden, die derzeit zu plump in den Bewegungen und zu aufwendig in der Bedienung sind.

Nach dem Vorbild der Spinnen soll das Projekt OHM-Krabbler dazu führen, dass Roboter in Zukunft energieeffizienter und beweglicher werden.

Video: Prototyp eines technischen Spinnenbeingelenkes. Druck streckt und der innenliegende pneumatische Muskel beugt das Gelenk - wie bei der Spinne. Der Versuch vergleicht die berechneten Werte mit der Realität. Die natürliche Nachgiebigkeit federt Stöße ab. Ein Einsatz solcher Gelenke, beispielsweise in Montagerobotern, senkt die Unfallgefahr bei der Zusammenarbeit mit Menschen.

Wie Spinnen sich bewegen

Spinnen pumpen in ihren Gliedern Flüssigkeiten, um ihre Beine hydraulisch anzutreiben. Bisher wurden Hydrauliken nur im großen Maßstab genutzt, beispielsweise in Baumaschinen. In gewöhnlichen Robotern werden dagegen in der Regel Elektromotoren verwendet, die für ein hohes Gesamtgewicht sorgen. Ähnlich der Spinne soll mit dem OHM-Krabbler eine Hydraulik entwickelt werden, die in der Kunststoffhülle des Roboters durch Druckunterschiede einer Flüssigkeit sehr effizient für Bewegung sorgt. Dabei könnte eine Antriebstechnik entstehen, die klassische Elektromotoren in vielen Bereichen der Technik durch eine energiesparende Alternative ersetzt.

Intuitive Programmierung

Um Roboter alltagstauglicher werden zu lassen, wird in dem Projekt zusätzlich eine intuitive Programmierbarkeit entwickelt. Das bedeutet, dass der Roboter wie bei einem Rettungshund über einfache Befehle gesteuert werden kann, ohne Fachpersonal zu benötigen. Auf diese Weise sollen zum Beispiel Feuerwehrleute in die Lage versetzt werden, einen weiterentwickelten OHM-Krabbler auf die Suche nach Verletzten oder Verschütteten in eingestürzte Gebäude zu schicken.